Endlich Sommer – was im Freien verboten ist

Mit den ersten Sonnenstrahlen zieht es wieder Biker, Wanderer und andere Outdoor-Freunde ins Freie. Doch wer sich aufs Rad schwingen, im Gelände nach verborgenen Schätzen suchen oder in den nächsten See hüpfen möchte, sollte diese rechtlichen Fallstricke kennen.

 

Sex unter freiem Himmel: Wann Ärger droht

Auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten sollte man Rücksicht auf Nachbarn nehmen – denn die können sich mitunter belästigt fühlen, warnt der Deutsche Mieterbund in Berlin. So müssen die Nachbarn zum Beispiel Sex auf dem Balkon nicht ohne weiteres hinnehmen. Denn dies störe den Hausfrieden. Wer sich daran nicht hält, dem droht eine Abmahnung des Vermieters, entschied das Amtsgericht Bonn (Az.: 8 C 209/05).

Auch Sex am Strand oder auf der grünen Wiese ist nur dann in Ordnung, wenn andere einen nicht dabei sehen können. Stören sich unfreiwillige Zuschauer daran, kann mindestens ein Bußgeld fällig werden.

Nackt bräunen im Garten stört nicht immer den Hausfrieden

Etwas anderes sind die Regeln bei Sonnenbädern. Sonnt sich ein Mieter unbekleidet im mitvermieteten Garten, ist das nicht ohne weiteres ein Kündigungsgrund. Denn der Hausfrieden wird davon nicht automatisch nachhaltig gestört, entschied das Amtsgericht Merzig (Az.: 23 C 1282/04).

In dem verhandelten Fall hatte sich eine Mieterin nackt im Garten gebräunt. Das sorgte im Dorf für Gesprächsstoff. Daher kündigte der Vermieter. Da es aber keine weiteren Mieter gab, die sich gestört fühlen konnten, bekam die Mieterin Recht.

– Quelle: http://www.berliner-kurier.de/862836 ©2017

Was Sie beim Schwimmen im See wissen müssen

Der nächste See oder Fluss lädt zur Erfrischung an heißen Tagen ein. Doch ganz so einfach ist die Sache nicht. „Jedes Bundesland hat gesondert geregelt, welche Seen und Flüsse in welchen Bereichen für das Schwimmen freigegeben sind“, erläutert Christian Teppe, Partneranwalt von Roland Rechtsschutz aus der Hamburger Kanzlei Teppe Rechtsanwälte.
Badenixen sollten also vor dem Sprung ins kühle Nass nachschauen, ob das Baden in diesem speziellen Gewässer überhaupt erlaubt ist. Weniger eindeutig geregelt ist, wer für die Aufsicht an Badesee und Co. zuständig ist.
– Quelle: http://www.berliner-kurier.de/862836 ©2017

Zwar gibt das Gesetz vor, dass sich die Kommune oder der private Betreiber eines Badesees darum kümmern muss, dass Badegäste nicht gefährdet werden. „Was diese sogenannte Verkehrssicherungspflicht aber im Detail beinhaltet, ist nicht geregelt.“

Trotzdem sei es unwirksam, wenn sich ein Betreiber versuche, mit Schildern wie „Baden auf eigene Gefahr“ aus der Verantwortung zu ziehen. In jedem Fall muss der Betreiber durch regelmäßige Kontrollen dafür sorgen, dass Unfallgefahren, zum Beispiel durch spitze Gegenstände im Badebereich, beseitigt werden.

Tauchen, Reiten, Wandern – hier gibt es juristische Fallstricke

Taucher sollten sich genau informieren, in welchen Gewässern sie ihrem Hobby nachgehen dürfen. „Privat betriebene Seen dürfen nicht einfach von jedermann genutzt werden. Tauchen darf man hier nur mit einer gebührenpflichtigen Zutrittsgenehmigung“, betont der Anwalt. Auch liegen viele Seen und Flüsse in Naturschutzgebieten, in denen das Tauchen streng untersagt ist.

Ebenso müssen Reiter ihre Route genau planen. „In vielen Bundesländern ist das Reiten nur auf gekennzeichneten Reitwegen erlaubt, in anderen darf man dem Reitsport auch auf öffentlichen und privaten Wegen nachgehen.“ Vom Querfeldein-Reiten ist rechtlich gesehen in jedem Fall abzuraten.

Wanderer haben es da einfacher: Sie dürfen auch auf unbefestigte Waldwege ausweichen. „Das gilt allerdings nur, solange diese Wege tatsächlich begehbar sind und regelmäßig genutzt werden.“ Aber auch Brachflächen oder Gewässerufer stehen den Outdoor-Fans für eine ausgedehnte Wanderung zur Verfügung.

– Quelle: http://www.berliner-kurier.de/862836 ©2017

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